Seminarnummer: 20270216A-8
AUSBILDUNG
Recht der Digitalisierung
Datum
Dauer
Ort
Referent/en
Ass.-Prof. Dr. Sebastian Schwamberger, LL.M. (IT Law), TT-Professur für Privatrecht und Digitalisierung
Seminarbeitrag
Seminarbeitrag inkl. digitale Seminarunterlage (Download) und Verpflegung
Seminarziel
Das Seminar vermittelt einen praxisnahen Überblick über die wichtigsten Rechtsakte des Digitalrechts und deren Zusammenspiel. Die Teilnehmer sollen lernen, typische digitalrechtliche Fragestellungen in der anwaltlichen Praxis zu erkennen, den einschlägigen Regulierungsrahmen (insbesondere AI Act, DSGVO, Data Act, Digital Services Act, Digital Markets Act, NIS2, Cyber Resilience Act und Maßnahmenpaket gegen Hass im Netz) zu bestimmen und die daraus resultierenden Pflichten, Risiken und Chancen für Unternehmen einzuordnen.
Ziel ist dabei weniger die Detailkenntnis einzelner Vorschriften als ein Verständnis der regulatorischen Systematik und der zentralen anwaltlichen Tätigkeitsfelder, das eine strukturierte Bearbeitung digitalrechtlicher Mandate ermöglicht. Neben den praxisrelevanten Fragestellungen bildet die vertiefte rechtswissenschaftliche Erörterung der neuen Rechtsakte und ihrer Wechselwirkungen einen zentralen Schwerpunkt des Seminars.
Ablauf
Dienstag, 16. Februar 2027
09.00 - 12.30 Uhr
Einführung in das Recht der Digitalisierung – Vom Regelungsdschungel zur Landkarte
- Systematik und europäische Gesetzgebungsarchitektur
- Regulierungsinstrumente: Risikobasierter Ansatz, Verhaltenspflichten, Private vs. Public Enforcement
Recht der Künstlichen Intelligenz – Wenn autonome Software plötzlich reguliert wird
- Die KI-Verordnung (AI Act) im Überblick
- Anwendungsbereich und Rollenverteilung (Anbieter, Betreiber, Händler, Importeure)
- Risikostufen und Pflichtenregime (insb. Hochrisiko-KI und Transparenzanforderungen)
- Compliance-Anforderungen für Unternehmen und anwaltliche Prüffelder
Haftung für KI-Systeme und die novellierte Produkthaftungsrichtlinie – Wenn die KI einen Fehler macht
- Software und KI als „Produkt“
- Beweiserleichterungen, Vermutungsregeln und Offenlegungsansprüche
- Zivilrechtliche Verschuldenshaftung nach ABGB vs. Produkthaftung
12.30 - 13.30 Uhr Mittagspause
13.30 - 17.00 Uhr
Datenrecht: DSGVO und Data Act – Wem gehören die Daten?
- Grundlagen der DSGVO
- Personenbezug
- Rechtmäßigkeit der Datenverarbeitung (insb Art 6 und Art 9 DSGVO)
- Betroffenenrechte (Art 12 ff DSGVO)
- Der Data Act (EU-Datenverordnung)
- Datenzugangsregime (Art 3 ff Data Act)
- Inhaltskontrolle von Datenverträgen (Art. 13 Data Act)
- Wechsel zwischen Datenverarbeitungsdiensten (Art 23 ff Data Act)
Mittwoch, 17. Februar 2027
09.00 - 12.30 Uhr
Plattformrecht: DSA, DMA und Maßnahmenpaket gegen Hass im Netz – Neue Spielregeln für Plattformen
- Der Digital Services Act (DSA) – Die Hausordnung fürs Internet
- Klassifizierung der Vermittlungsdienste und Stufenmodell der Verpflichtungen
- Haftungsprivilegien und Notice-and-Action-Verfahren
- Sorgfalts- und Transparenzpflichten für Online-Plattformen (Dark Patterns, Recommender Systems)
- Rechtsschutz, Beschwerdeverfahren und außergerichtliche Streitbeilegung
- Der Digital Markets Act (DMA) – Gatekeeper an die kurze Leine
- Adressatenkreis (Gatekeeper) und Kernverbote
- Bedeutung für gewerbliche Plattformnutzer und Drittanbieter
- Hass im Netz und nationaler Rechtsschutz – Das Internet ist kein rechtsfreier Raum
- Das österreichische Maßnahmenpaket gegen Hass im Netz (HiNbG)
- Der Auskunftsanspruch in § 13 ECG
- Das Mandatsverfahren zum Schutz von Persönlichkeitsrechten (§ 549 ZPO)
- Materielle Schutzansprüche (§ 16 ECG, § 1330 ABGB)
Informationen
Seminarunterlagen
Das Skriptum wird ausschließlich digital bereitgestellt und steht Ihnen in der Regel ca. 24 Stunden vor Seminarbeginn im Kundenportal myawak.at zum Download zur Verfügung.